Das Funktionsprinzip
In das zu be- und entlüftende Gebäude werden zwei Luftkanalsysteme installiert.
Über den Abluftkanal wird die verbrauchte warme bzw. feuchte Luft aus der Küche,
den Bädern und WC’s abgesaugt und über den Wärmetauscher des Lüftungsgerätes
geführt. Dort findet der Wärmeaustausch zwischen der warmen Abluft
und der kühlen Zuluft statt,die nun angewärmt über den Zuluftkanal den Wohn-, Kinder
oder Schlafzimmer zugehührt wird.

Festlegung der Gerätedimensionierung
Zunächst gilt es für die richtige Auslegung eine Luftmengenbilanz
zu erstellen, die sowohl die Größe als auch die Nutzung der einzelnen Räume berücksichtigt.















Luftwechsel
Der aus hygienischer Sicht erforderliche Luftwechsel, soll bezogen auf die gesamte Wohnfläche (A), zwischen 0,6 h-1 und 1,0 h-1 betragen. (h-1 = stündlicher Luftwechsel). Das bedeutet das innerhalb
einer Stunde das 0,6 bis 1,0-fache an Raumvolumen durch Frischluft ersetzt wird. Einbezogen wird allerdings ein Korrekturfaktor von 0,8 für von Mobiliar verstellten Flächen.
Der notwendige Volumenstrom (V) für die Airron Digital 300 lässt sich nun leicht bestimmen.
V = A x h x Faktor 0,8

Beispiel:
120 m² Fläche x 2,5 m Raumhöhe = 300 m³ x Faktor 0,8 = 250 m³.
Für den 1-fachen Luftwechsel werden daher 250 m³/h und für den 0,6fachen Luftwechsel 150 m³/h Volumenstrom benötigt.
Als Faustregel für den Wohnungsbereich gelten auch 30 m³/h pro Person, wobei bei der vergleichenden Betrachtung von Wohnfläche und Anzahl der Wohnungsbelegung dem größeren Volumenstrom der
Vorzug gegeben werden sollte. Zu beachten sind die Mindest-Abluftmengen für die Abluftbereiche
nach DIN 1946/6.
Küche 40 m³/h
Bad 40 m³/h
WC 20 m³/h

Einteilung der Lüftungszonen
Um die Zu- und Abluftbereiche klar zu trennen, unterscheidet man grundsätzlich drei Lüftungszonen.
Zuluftzone               das sind alle Aufenthaltsbereiche wie Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer.
Überströmzone      wie Flure und Dielen.
Abluftzone                wie Küche, Bäder, Toiletten, Wirtschaftsräume.













Damit der Luftaustausch von den Zuluftbereichen in die Abluftzonen stattfinden kann,
ist unbedingt auf ein ungehindertes Überströmen zwischen den einzelnen Lüftungszonen
durch unterschnittene Türen oder Überströmgitter zu achten!

Einen Vordruck zur Erstellung der Volumenstrombilanz finden Sie in der Montageanleitung!
Nachdem die Auswahl, bzw. die Volumenströme für die WRGZ-ECO-DIGI festgelegt wurden,
muss die Entscheidung für oder gegen Erdwärmetauscher und Bypass gefällt werden.

Der Erdwärmetauscher (EWT) stellt einer Art natürliche Klimaanlage dar. Bei Außenluft-
temperaturen unter +5 °C und über 20 °C wird die Frischluft unserer WRG Anlage durch
eine Rohrleitung geführt, die ins frostfreie Erdreich verlegt wurde. Hierbei wird die Erdwärme
im Winter zur Luftvorwärmung und im Sommer die Erdkühle zur Luftabkühlung genutzt.
Die Effizienz unserer Anlage steigt und eine eventuelle Vereisungsgefahr schwindet.
Die Zuluft-Vorwärmung im Winter steigt auf ca. +2 °C bis +7 °C
(bei einer Außentemperatur von ca. -15 °C)
Die Zuluft-Abkühlung im Sommer beträgt ca. +15 °C bis +17 °C
(bei einer Außentemperatur von ca. +30 °C)
Zu beachten ist, dass die erdverlegte Rohrleitung mit mind. 1 % Gefälle zum Haus hin
verlegt wird, da Kondesat entsteht und dieses in den Abfluss abgeleitet werden muss.
Außerdem ist wegen des Wirkungsgrades des EWT der Mindestabstand der Rohre
zueinander und zum Gebäude hin zu beachten.
Aus hygienischen Gründen ist bei der Außenluftansaugung über einen EWT beim
Lufteinlass ein Grobfilter, bzw. Gitter gegen große Verunreinigung, bzw. Kleintiere vorzusehen.
Nach dem Luftdurchtritt ins Gebäude wird eine F7 - Filterbox installiert, die eventuell
vorhandene Keime bzw. Sporen aus der Frischluft filtert.
Die wärmetechnische Berechnung des Erdwärmetauschers hängt von sehr vielen
(vielfach unbekannten) Faktoren ab. Dies sind insbesondere die Feuchtigkeit sowie
Zusammensetzung und Struktur des Erdreiches.
Aber auch klimatische Verhältnisse und die Luftgeschwindigkeit spielen eine wesentliche Rolle.
Eine absolut verbindliche Berechnung wird daher in den meisten Fällen nur schwer möglich sein.
In der Praxis haben sich aber folgende Eckdaten für die Dimensionierung und Verlegung des EWT durchgesetzt.
Verlege-Länge 40 m - 50 m Abstände der Rohre 0,3 m -1,0 m
Verlege-Tiefe 1,50 m - 2,00 m Luftgeschwindigkeit 1,0 m/s - 1,5 m/s
Verlege-Gefälle 1 % - 2 % zum Abfluss Druckverlust max. 40 Pa
Material Kunststoff DN 100 mm–200 mm

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